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Anlage und Gestaltung von
naturnahen Gartenteichen
Naturnah ist ein
Gartenteich dann, wenn er einer möglichst großen Vielzahl einheimischer Pflanzen und
Tiere Lebensraum bietet.
Auf ökologisch wertvollem Gelände ( z.B.
in feuchten Senken, Quellbereichen ) dürfen Kleingewässer nicht angelegt werden.
Da viele Kleingewässer von Amphibien
angenommen werden, sollte möglichst keine stark befahrene Straße in unmittelbarer Nähe
liegen.
Die Wasserfläche sollte 500 qm nicht
übersteigen. Mehrere kleine Gewässer sind sinnvoller als eine große Wasserfläche.
Je länger die Uferlinie ist, desto
zahlreicher werden sich unterschiedliche Uferbiotope entwickeln. Es sind also Buchten,
Halbinseln und Inseln einzuplanen. Abzulehnen sind runde, ovale oder geradlinig eckige
Formen.
Die Neigung der Uferböschung soll
wechselnd zwischen 1 : 5 und 1 : 15 flach angelegt sein. Besonders wertvoll sind
Flachwasserzonen von 10 bis 30 cm Tiefe.
Soll der Teich als Lebensraum von Amphibien
dienen und/oder sollen Schwimmblattgewächse angesiedelt werden, muß er mehr als 100 cm
tief sein, damit er im Winter nicht bis zum Boden durchfriert. Der Hauptbereich soll eine
Tiefe von etwa 30 bis 60 cm haben.
Andererseits kann gerade die Tatsache, daß der Teich durchfriert, sicherstellen, daß
Fischbesatz sich nicht halten kann.
Für die Uferbepflanzung ist nur
bodenständiges und standortgerechtes Pflanzgut sparsam zu verwenden und zu bedenken, daß
ein Kleingewässer innerhalb weniger Jahre völlig zuwachsen und verlanden kann. Pflanzen
sind keinesfalls aus der Natur zu entnehmen, sie lassen sich meist leicht von anderen
Teichbesitzern beschaffen.
Am Nordufer sollten sandige oder steinige
Uferbereiche als Sonn- und Fangplätze für Amphibien und Libellen angelegt werden. Der
Uferbereich sollte nur zu etwa 30 bis 50% beschattet werden. Wünschenswert sind
Randstreifen von mehreren Metern Breite, die naturbelassen ausschließlich mit
einheimischen Kräutern und Laubgehölzen bewachsen sind. Sinnvoll ist eine Anpflanzung
von Weidengebüsch in etwa 5 bis 10 m Entfernung vom Ufer für auf Weiden spezialisierte
Libellenarten.
In unmittelbarer Nähe sollte ein Teich nicht oder nur äußerst sparsam mit Gehölzen
bepflanzt sein, da verstärkter Laubeintrag eine Nährstoffanreicherung zur Folge hat, was
wiederum zu schneller Verlandung führt.
In das Kleingewässer dürfen keine Tiere
eingesetzt werden, vor allem keine Goldfische u. ä. Sie sind der Tod jeglicher Vielfalt
an einheimischen Amphibien (Molche, Frösche, Kröten), Insekten (Libellen, Wasserkäfer,
Rückenschwimmer ...), Schnecken u.s.w. Fischbesatz muß notfalls entfernt werden.
Fischfutter belastet jeden Teich erheblich und kann durch die unvermeidliche Überdüngung
langfristig ein Zusammenbrechen des gesamten Teichlebens ("Umkippen") zur Folge
haben.
Das Wasser des Teiches sollte
grundsätzlich nie durch Filter jeder Art gezogen werden, da sie Laich und für die
Nahrungskette wichtige Kleintiere und Algen (Plankton) herausfiltern. Wechselnde
Trübungen des Wassers sind in einem naturnahen Teich völlig normal und unbedenklich.
Ein Teich als natürlicher Biotop dient
zahlreichen Tieren (z. B. Graureiher, Wildenten, Kleinsäugern u. a.) auch als
Nahrungsquelle und spielt eine wichtige Rolle in der Nahrungskette. Deshalb sind
nahrungssuchende Tiere aller Art zu dulden und keinesfalls durch technische Abwehranlagen
fernzuhalten.
Gartenteiche
müssen soweit notwendig vor kleinen Kindern wirksam gesichert (eingezäunt) werden!
Herr Günter H. Stanjek hat in seiner
Homepage http://www.hydro-kosmos.de
die Entwicklung seines Gartenteiches und die dort im Laufe der Zeit vorkommenden Tier- und
Pflanzenarten dokumentiert. Anschauen lohnt sich nicht nur, sondern ist eigentlich ein
"Muß" für jeden, der sich für die Kleingewässer und ihr
"Innenleben" interessiert. |