Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land e. V.

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Anlage und Gestaltung von naturnahen Gartenteichen

Naturnah ist ein Gartenteich dann, wenn er einer möglichst großen Vielzahl einheimischer Pflanzen und Tiere Lebensraum bietet.

  1. Auf ökologisch wertvollem Gelände ( z.B. in feuchten Senken, Quellbereichen ) dürfen Kleingewässer nicht angelegt werden.

  2. Da viele Kleingewässer von Amphibien angenommen werden, sollte möglichst keine stark befahrene Straße in unmittelbarer Nähe liegen.

  3. Die Wasserfläche sollte 500 qm nicht übersteigen. Mehrere kleine Gewässer sind sinnvoller als eine große Wasserfläche.

  4. Je länger die Uferlinie ist, desto zahlreicher werden sich unterschiedliche Uferbiotope entwickeln. Es sind also Buchten, Halbinseln und Inseln einzuplanen. Abzulehnen sind runde, ovale oder geradlinig eckige Formen.

  5. Die Neigung der Uferböschung soll wechselnd zwischen 1 : 5 und 1 : 15 flach angelegt sein. Besonders wertvoll sind Flachwasserzonen von 10 bis 30 cm Tiefe.

  6. Soll der Teich als Lebensraum von Amphibien dienen und/oder sollen Schwimmblattgewächse angesiedelt werden, muß er mehr als 100 cm tief sein, damit er im Winter nicht bis zum Boden durchfriert. Der Hauptbereich soll eine Tiefe von etwa 30 bis 60 cm haben.
    Andererseits kann gerade die Tatsache, daß der Teich durchfriert, sicherstellen, daß Fischbesatz sich nicht halten kann.

  7. Für die Uferbepflanzung ist nur bodenständiges und standortgerechtes Pflanzgut sparsam zu verwenden und zu bedenken, daß ein Kleingewässer innerhalb weniger Jahre völlig zuwachsen und verlanden kann. Pflanzen sind keinesfalls aus der Natur zu entnehmen, sie lassen sich meist leicht von anderen Teichbesitzern beschaffen.

  8. Am Nordufer sollten sandige oder steinige Uferbereiche als Sonn- und Fangplätze für Amphibien und Libellen angelegt werden. Der Uferbereich sollte nur zu etwa 30 bis 50% beschattet werden. Wünschenswert sind Randstreifen von mehreren Metern Breite, die naturbelassen ausschließlich mit einheimischen Kräutern und Laubgehölzen bewachsen sind. Sinnvoll ist eine Anpflanzung von Weidengebüsch in etwa 5 bis 10 m Entfernung vom Ufer für auf Weiden spezialisierte Libellenarten.
    In unmittelbarer Nähe sollte ein Teich nicht oder nur äußerst sparsam mit Gehölzen bepflanzt sein, da verstärkter Laubeintrag eine Nährstoffanreicherung zur Folge hat, was wiederum zu schneller Verlandung führt.

  9. In das Kleingewässer dürfen keine Tiere eingesetzt werden, vor allem keine Goldfische u. ä. Sie sind der Tod jeglicher Vielfalt an einheimischen Amphibien (Molche, Frösche, Kröten), Insekten (Libellen, Wasserkäfer, Rückenschwimmer ...), Schnecken u.s.w. Fischbesatz muß notfalls entfernt werden. Fischfutter belastet jeden Teich erheblich und kann durch die unvermeidliche Überdüngung langfristig ein Zusammenbrechen des gesamten Teichlebens ("Umkippen") zur Folge haben.

  10. Das Wasser des Teiches sollte grundsätzlich nie durch Filter jeder Art gezogen werden, da sie Laich und für die Nahrungskette wichtige Kleintiere und Algen (Plankton) herausfiltern. Wechselnde Trübungen des Wassers sind in einem naturnahen Teich völlig normal und unbedenklich.

  11. Ein Teich als natürlicher Biotop dient zahlreichen Tieren (z. B. Graureiher, Wildenten, Kleinsäugern u. a.) auch als Nahrungsquelle und spielt eine wichtige Rolle in der Nahrungskette. Deshalb sind nahrungssuchende Tiere aller Art zu dulden und keinesfalls durch technische Abwehranlagen fernzuhalten.

Gartenteiche müssen soweit notwendig vor kleinen Kindern wirksam gesichert (eingezäunt) werden!

Herr Günter H. Stanjek hat in seiner Homepage http://www.hydro-kosmos.de die Entwicklung seines Gartenteiches und die dort im Laufe der Zeit vorkommenden Tier- und Pflanzenarten dokumentiert. Anschauen lohnt sich nicht nur, sondern ist eigentlich ein "Muß" für jeden, der sich für die Kleingewässer und ihr "Innenleben" interessiert.


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